Haftung des Geschäftsführers - Darlegung von pflichtwidrigem Verhalten durch die GmbH und Verjährung

 

 

Im Prozess gegen den Geschäftsführer muss die einen Anspruch nach § 43 Abs. 2 GmbHG verfolgende klagende GmbH darlegen und beweisen, dass und inwieweit ihr durch ein möglicherweise pflichtwidriges Verhalten des Geschäftsführers in seinem Pflichtenkreis ein Schaden erwachsen ist; der Geschäftsführer hat darzulegen und erforderlichenfalls zu beweisen, dass er seinen Sorgfaltspflichten nachgekommen ist und ihn kein Verschulden trifft. Dies entschied das OLG Brandenburg am 7.2.2018 - 7 U 132/16.

Die Verjährungsfrist für Schadenersatzansprüche gegen einen GmbH-Geschäftsführer beginnt gemäß § 43 Abs. 2 und 4 GmbHG mit der Entstehung des Anspruchs, d.h. mit Eintritt des Schadens dem Grunde nach, ohne dass der Schaden in dieser Phase schon bezifferbar sein muss; es genügt die Möglichkeit der Feststellungsklage. Auf die Kenntnis der Gesellschafter oder der Gesellschaft von den anspruchsbegründenden Tatsachen kommt es - selbst bei deren Verheimlichung durch den Geschäftsführer - nicht an. Denn die subjektive Anknüpfung des Verjährungsbeginns in § 199 Abs. 1 BGB gilt nur für die regelmäßige (§ 195 BGB), nicht aber für die spezialgesetzliche Verjährungsfrist gemäß § 43 Abs. 4 GmbHG, die mit der Entstehung des Anspruchs zu laufen beginnt. Ebenso wenig entsteht dadurch, dass der Geschäftsführer gegen ihn gerichtete Schadenersatzansprüche verjähren lässt, erneut ein Schadenersatzanspruch (BGH, Urt. v. 29.09.2008 - II ZR 243/07 -, Rn. 16 ff. m.w.N.).

Hinweis

Mit seiner Entscheidung hat das OLG Brandenburg noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig es für Gesellschafter ist, die Arbeit ihrer Geschäftsführer zu überwachen.

(Veröffentlichungsdatum: 11.05.2018)

Autor(en)


Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
ETL Rechtsanwälte GmbH, Greifswald, Rostock

 
 

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