Kein Anspruch auf ein ungefaltetes und ungetackertes Arbeitszeugnis

 

 

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz hat entschieden (LAG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 09.11.2017 - 5 Sa 314/17):

Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, der auch die Berufungskammer folgt, erfüllt ein Arbeitgeber den Anspruch des Arbeitnehmers auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses auch mit einem Zeugnis, das er zweimal faltet, um den Zeugnisbogen in einen Geschäftsumschlag üblicher Größe unterzubringen, wenn das Originalzeugnis kopierfähig ist und die Knicke im Zeugnisbogen sich nicht auf den Kopien abzeichnen, z.B. durch Schwärzungen (vgl. BAG 21.09.1999 – 9 AZR 893/98). Damit kann der Kläger kein ungeknicktes Zeugnis verlangen.

Insbesondere bestünde keine Verpflichtung des Arbeitgebers, das Zeugnis in einem DIN A4 Umschlag ungefaltet und in besonderer Weise durch Verstärkung geschützt zu übersenden. Im konkreten Fall hatte zudem der Arbeitgeber das Zeugnis in einem DIN-A4-Umschlag verschickt, der vermutlich erst vom Zusteller geknickt worden sei, damit der Brief in den überfüllten Briefkasten passt.

Darüber hinaus hat der Arbeitnehmer nach Ansicht des LAG Rheinland-Pfalz auch keinen Anspruch auf ein ungetackertes Zeugnis. Dies stelle kein unzulässiges Geheimzeichen dar, welches einem unbefangenen Arbeitgeber mit Berufs- und Branchenkenntnis signalisiert, der Zeugnisaussteller sei mit dem Arbeitnehmer nicht zufrieden gewesen. Dies gelte auch, wenn das erteilte Arbeitszeugnis aus lediglich zwei Seiten bestünde.

(Veröffentlichungsdatum: 04.08.2018)

 

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