Wie läuft die Gewinnverteilung in der BAG?

 

 

BAG-Gesellschafter können die Gewinnverteilung grundsätzlich frei regeln. Die Gewinnverteilung kann sich z.B. an den Beteiligungsverhältnissen der Gesellschafter in der Gesellschaft ausrichten. Daneben kommen auch weitere Modifizierungen in Betracht, die aber in der Praxis nicht zu sehr ins Komplizierte ausufern sollten. Dazu der folgende Fall:

In der augenärztlichen BAG haben A und B vor kurzem den C aufgenommen. A ist zu 50, B zu 40 und C zu 10 Prozent am Vermögen der Gesellschaft beteiligt. Der Gewinn beträgt 900 T EUR.

An den Beteiligungsverhältnissen der Gesellschafter in der Gesellschaft ausgerichtet, ist die Gewinnverteilung wie folgt: A erhält 450, B 360 und C 90 T EUR. C fragt sich, warum er nicht im Angestelltenverhältnis geblieben ist, da er in der BAG so nicht mehr verdient. Diese Art der Gewinnverteilung ist für C reichlich unattraktiv. A und B müssen dem C mehr bieten.

Lösung: Die Gesellschafter vereinbaren eine Vorab- oder Tätigkeitsvergütung, die nach dem Umfang der Tätigkeit in der BAG (und ggf. unter Berücksichtigung von Effektivität und Wertschöpfungsgesichtspunkten) betragsmäßig festgelegt wird. Damit wird erreicht, dass die Tätigkeit in der BAG zunächst einmal für die Gesellschafter abgegolten ist. Lediglich der nach Abzug dieser Vorabgewinne verbleibende Gewinn wird in einem zweiten Schritt (z.B. nach den Beteiligungsverhältnissen, s.o.) unter den Gesellschaftern verteilt.

                                   BAG               A                     B                 C

Gesamtgewinn               900                                        

Vorabgewinn                 450             150                  150               150

Restgewinn                   450     

nach Beteiligung                               225                 180                 45

Gesamtgewinnanteil                          375                 330                195

Der Unterscheid zum Grundfall (Verteilung nach Beteiligungsquoten) ist frappierend. C ist so aber besser gestellt und findet sich im wirtschaftlichen Gesamtgefüge auf Augenhöhe wieder, trotz seiner Minderheitsbeteiligung.

Abwandlung: Die Gesellschafter beschließen zusätzlich zum Vorabgewinn-Modell (s.o.), 30 Prozent des Gesamtgewinns nach den jeweiligen Umsätzen der Gesellschafter zu quoteln und den dann verbleibenden Restgewinn nach Beteiligungsverhältnissen zu verteilen. Tendenziell werden dadurch eher Altgesellschafter, effektivere Tätigkeiten und höherwertige Leistungen bevorzugt. Dies kann im Gesamtgefüge zu unerwünschten Effekten kommen und sollte daher vorher durchgerechnet werden.

Die Gewinnverteilung in einer BAG sollte demnach nicht nur belastbar, sondern felsenfest, einfach, schlicht und nachvollziehbar vereinbart werden, da sie zu den streitanfälligsten Themen in einer BAG überhaupt gehört.

(Veröffentlichungsdatum: 11.08.2017)

Autor(en)


Rechtsanwalt
ETL Rechtsanwälte GmbH, Erlangen

 

 

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