Steuerrecht

Liebhaberei

Von Liebhaberei wird gesprochen, wenn ein Steuerpflichtiger einer Tätigkeit nachgeht, die nicht mit einer Gewinnerzielungsabsicht verbunden ist bzw. diese nicht vom Finanzamt erkannt wird. Ein typisches Beispiel hierfür sind Sammelleidenschaften, die mit An- und Verkäufen verbunden sind. Die Tätigkeit wird also in erster Linie auf Basis persönlicher Neigungen bzw. Gründen durchgeführt. Es werden grundsätzlich keine positiven Einkünfte angestrebt und somit auch keine wirtschaftlichen Ziele verfolgt. Damit eine Tätigkeit vom Finanzamt als Liebhaberei anerkannt wird, müssen bestimmte Indizien gegeben sein, aus denen diese zweifelsfrei hervorgeht.

Gewinne, Verluste und Umsatzsteuer bei Liebhaberei

Geht das Finanzamt von Liebhaberei aus, so gelten die Verluste, die aus der Tätigkeit entstehen als, nicht steuerbar. Das bedeutet, dass sie nicht mit Gewinnen aus anderen geschäftlichen Tätigkeiten (solche mit Gewinnerzielungsabsicht) verrechnet werden dürfen, um so das gesamte zu versteuernde Einkommen zu mindern. Im Gegenzug müssen vereinzelte Gewinne im Rahmen einer als Liebhaberei eingestuften Tätigkeit auch nicht versteuert werden.

Im Hinblick auf die Umsatzsteuer ist zu beachten, dass im Umsatzsteuerrecht von einer Einnahmenerzielungs­absicht die Rede ist, nicht aber von einer Gewinnerzielungsabsicht. Infolge dessen kann die umsatzsteuerliche Unternehmereigenschaft trotz einkommensteuerlicher Liebhaberei erhalten bleiben, auch wenn die Tätigkeit nur auf persönlichen Neigungen beruht. Dieser Umstand zieht dann auch die Pflicht nach sich, Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.

Beispiele für Liebhaberei

Damit das Finanzamt die Liebhaberei als solche auch anerkennt, müssen bestimmte Indizien vorliegen, denen diesbezüglich eine kennzeichnende Wirkung zugesprochen wird. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Ein Betrieb wird selbst dann noch weitergeführt, wenn nur negative Einkünfte (Verluste) erwirtschaftet werden.
  • Der Betrieb wird nicht so geführt, wie es aus einer betriebswirtschaftlichen Sichtweise heraus sinnvoll wäre.
  • Die Tätigkeit ist ein Hobby des Steuerpflichtigen bzw. wird sonst als Hobby ausgeübt.
  • Positive Einkünfte aus anderen Einkunftsarten dienen der Finanzierung der Tätigkeit, um anhaltende Verluste auszugleichen.
  • Auf Dauer lässt sich nicht das Ziel einer Erwirtschaftung von einem Überschuss erkennen.

Liebhaberei in Bezug auf Anlaufverluste

Zu Beginn einer wirtschaftlichen Tätigkeit kommt es oftmals zu sogenannten Anlaufverlusten. Diese sind meist der Tatsache geschuldet, dass sich eine Unternehmung noch am Markt etablieren muss und demnach zuerst ein negatives Betriebsergebnis einfährt. Anlaufverluste sind für sich genommen daher kein Merkmal für Liebhaberei. Sie können jedoch als eine Art erster Hinweis auf Liebhaberei gewertet werden, wenn die Verlustphase länger andauert als normalerweise üblich. Die dafür zugrunde gelegte Dauer der Anlaufphase richtet sich nach den branchenüblichen Zeiträumen.

(Letzte Aktualisierung: 23.07.2013)

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